CECIM
Centro de Educación y Communicación Integral Maura Clarke - Zentrum für Bildung
und Kommunikation Maura Clarke
Die Projekte der NGO CECIM liegen in der Stadt Ciudad Sandino, etwas außerhalb der
Hauptstadt Managua. Der Stadtteil entstand 1969/70, um obdachlos geworden Bewohnern
Managuas, die von einer überschwemmung heimgesucht wurden, eine neue Heimat zu geben.
Nach und nach siedelten sich in Ciudad Sandino immer mehr Menschen an, so dass dort
heute über 100.000 Bewohner gezählt werden. Viele dieser Neuzugänge waren durch den
Bürgerkrieg bedingt. Aber auch heute noch flüchten Menschen vom Land nach Ciudad Sandino,
da die Versorgung in der umliegenden ländlichen Region teilweise katastrophal ist. Im
Zuge des Hurrikan Mitch flüchteten 1998 aus den überschwemmten Stadtteilen Managuas
erneut 15.000 Menschen nach Ciuadad Sandino. Aus Pappe, Wellblech und Holzresten haben
sie einfachste Behausungen gebaut, die weder an Strom, Wasser noch Kanalisation
angeschlossen sind.
CECIM entstand im Jahr 1980 als Teil der sandinistischen Alphabetisierungskampagne.
Diese schaffte es, mit Hilfe von sogenannten Volksorganisationen und hunderttausend
freiwilligen HelferInnen, landesweit die damals bei über 50% liegende Analphabetenquote
auf ca. 12% zu senken.
CECIM führte auch nach der Kampagne die Alphabetisierungsarbeit weiter. Aufgabe war es,
den ärmsten Bevölkerungsschichten ein flexibles und alternatives Bildungssystem
anzubieten, das im zeitlichen und inhaltlichen Angebot ihren Bedürfnisse und
Notwendigkeiten entsprach. CECIM führte seine Bildungsangebote kostenlos durch und
orientierte sich an der gesellschaftlichen Realität der SchülerInnen, entsprechend den
Vorstellungen des Pädagogen Paulo Freieres.
Mit dem Regierungswechsel 1990 wurden die MitarbeiterInnen, die bis dahin vom
Erziehungsministerium bezahlt wurden, entlassen. Diese ehemaligen MitarbeiterInnen
gründeten daraufhin eine eigene NGO. Hauptanliegen ist bis heute die Alphabetisierung
geblieben. Jährlich bildet CECIM mehr als 160 Lernkollektive für die Alphabetisierung
und Primarbildung aus.
Die Gruppen bestehen aus jeweils 10 bis 20 SchülerInnen und werden von ehrenamtlichen
LehrerInnen (maestras voluntarios) geleitet. Diese werden von hauptamtlichen
PädagogInnen geschult. Der Unterricht findet meist in Privatwohnungen statt. Zwischen
1990 und 1996 erreichten insgesamt 2.300 SchülerInnen einen Abschluß in den
Alphabetisierungskursen und 5.200 in der Primarbildung. Darüber hinaus werden aber auch
verschiedene außerschulische Kurse für Kinder und Jugendliche (Basteln, Gitarre spielen
usw.) sowie berufsbildende Kurse mit zertifizierten Abschlüssen angeboten (Konditorei,
Handelsschule, Friseur, Schneiderei, EDV). Seit 1997 betreibt CECIM auch eine eigene
Primarschule, da der Anteil der Kinder in den Alphabetisierungkursen die Zahl der
Erwachsenen bei weitem überstiegen hat. Außerdem werden Existensgründerinnen für ihr
Kleinstgewerbe, z.B. einen Tortillastand oder eine kleine Nähwerkstatt, Kredite angeboten,
die zu sehr günstigen Zinsen wieder zurückerstattet werden können.
CANTERA
Centro de Comunicación y Educación Popular - Zentrum für Kommunikation
und Volkserziehung
CANTERA ist eine nicaraguanische NGO, die in und um Managua Projekte unterhält. Sie
entstand 1988 und knüpft an die saninistischen Erziehungsstrategien an. Sie fördert
vor allem die besonders benachteiligten Gruppen wie ländliche Bevölkerung, Frauen und
Kinder. In Ciudad Sandino (s. Projektbeschreibung CECIM) hat CANTERA zu diesem Zweck
in einem der ärmsten Wohngebiete ein Zentrum errichtet, um das Gemeinwesen zu stärken.
Schwerpunkt der Arbeit wurde die schwierige Situation der Kinder und Jugendlichen. Das
Zentrum bietet eine Vorschule für Kinder. Daneben gibt es für Kinder und Jugendliche
sportliche und künstlerische Gruppenangebote in den Bereichen Tanz, Musik und Theater.
Eine Bibliothek mit Spieleverleih steht den Kindern und Jugendlichen ebenfalls zur
Verfügung.
Zu dem Problemen der Menschen des Stadtteils, wie z.B. Drogen, Menschenrechte,
Gesundheit, allgemeine Erziehungsfragen und Frauenemanzipation werden
Weiterbildungsseminare auch für die Erwachsenen angeboten. Individuelle
Familienbetreuungsangebote bieten konkrete Hilfen in besonders schwierigen Situationen.
Außerhalb des Zentrums betreibt CANTERA eine naturmedizinische Beratungsstelle.
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